21. und 22. Januar 2026
Prof. Dr.-Ing. Daniela Wenzel
Vertreterin der DLKG auf den Zukunftsforum
Fachforum (v.l.n.r.): Louis Schlag (AHA, Moderator), Markus Hallmann (MitmachHerwigsdorf), Prof. Dr. Claudia Neu (Universität Göttingen), Thomas Trepmann (SMIL Sachsen), Dirk Dobiéy (Die Wanderkneipe - Landgestalten e.V.), Prof. Dr. Daniela Wenzel (DLKG, THWS), Karoline Klose (Wohnprojekt- Hitzacker Dorf eG), Dr. Swantje Eigner-Thiel (Dorfmoderation)Die Deutsche Landeskulturgesellschaft (DLKG) war beim 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2026 in Berlin aktiv vertreten und hat mit ihrem Fachforum einen wichtigen Beitrag zur bundesweiten Debatte über Zukunftsfragen ländlicher Räume geleistet. Das Zukunftsforum Ländliche Entwicklung fand am 21. und 22. Januar 2026 unter dem Motto „Land: Raum für Zukunft. – Flächen und Gebäude in ländlichen Räumen klug nutzen – Heimat gemeinsam gestalten“ statt. Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) organisiert und ist die größte Plattform für Akteurinnen und Akteure aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die sich seit 2008 mit der Zukunft ländlicher Regionen in Deutschland befasst. Auf der diesjährigen Veranstaltung in Berlin diskutierten Expertinnen und Experten mehr als 1000 Teilnehmenden innovative Ansätze zur Nutzung von Flächen, zur Revitalisierung von Gebäuden und zur Stärkung der sozialen sowie kulturellen Infrastruktur im ländlichen Raum.
Gemeinsam mit der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Landentwicklung (ArgeLandentwicklung) und der Andreas-Hermes-Akademie (AHA) gestaltete die DLKG das praxisorientierte Fachforum FF27 „Zusammenkommen! – Kommunikationsräume im Dorf gestalten“. Das Fachforum befasste sich damit, wo und wie Menschen heute miteinander ins Gespräch kommen – über Generationen, Lebensstile und Herkunft hinweg. Im Mittelpunkt stand, wie Kommunikation selbst zur Infrastruktur des ländlichen Lebens wird: Welche Orte und Formate fördern Begegnung? Wie wächst Vertrauen? Welche Bedingungen braucht ein kommunikativer Ort?
Ein Impuls von Prof. Dr. Claudia Neu (Universität Göttingen) führte in das Konzept „kommunikativer Orte“ ein. Prof. Neu zeigte, wie sehr sich kommunikative Orte verändert haben und wie wichtig es ist, ihre neue Bedeutung zu verstehen. Kommunikation entsteht heute nicht einfach dort, wo Menschen zufällig zusammenkommen, sondern dort, wo Atmosphäre, Offenheit und Zeit bewusst ermöglicht werden. Das sind Orte, die nicht nur baulich, sondern insbesondere sozial gestaltet werden müssen.
Im Anschluss zeigten vier Praxisbeiträge eindrucksvoll auf, wie diese Idee mit Leben gefüllt wird:
Das Fachforum „Zusammenkommen! – Kommunikationsräume im Dorf gestalten“ griff eine Entwicklung auf, die in vielen Dörfern spürbar ist: traditionelle Orte des Miteinanders – Vereinsheim, Gasthaus, Kirchplatz – verändern sich oder verschwinden, während neue Formen des Austauschs entstehen. Das Fachforum rückte ein Thema in den Mittelpunkt, das zunehmend über die Zukunft ländlicher Räume entscheidet: Wie gelingt Austausch heute und wie wird Kommunikation selbst zu einer Infrastruktur der Dorfentwicklung? Statt fertiger Antworten öffnete das Forum neue Perspektiven, verknüpfte Erfahrungen und machte Mut, Kommunikation als lebendigen Teil ländlicher Entwicklung zu verstehen und zu gestalten.
„Das Fachforum hat deutlich gemacht, dass Kommunikation kein Zufallsprodukt, sondern gestaltbar ist“, betonte Prof. Dr. Daniela Wenzel, Vorsitzende der DLKG. „Wo kommunikative Orte fehlen, fehlt mehr als Infrastruktur: Es fehlt Vertrauen, Identität und Beteiligung. Die Entwicklung und Stärkung kommunikativer Orte sollten dringend politisch priorisiert werden.“
Weitere Informationen zum Zukunftsforum sind online verfügbar unter www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de.